David Coulthard ist der Ansicht, dass die FIA selbst die Voraussetzungen für die hitzige Debatte über den Kompressionsverhältnis-„Trick“ des Mercedes-Motors geschaffen hat. Hat die FIA sich bei der Ausarbeitung der Regeln für 2026 selbst ein Bein gestellt?
Im Podcast Up To Speed erklärte der ehemalige Formel-1-Fahrer, die FIA habe sich im Grunde ein Eigentor geschossen, weil die Art und Weise, wie die Vorschriften verfasst wurden, genug Spielraum ließ, damit die Teams bestimmte Artikel zu ihrem Vorteil auslegen und regulatorische Grauzonen ausnutzen konnten.
„Ich habe kürzlich gelesen, sie sagen: ‚Nun, wir sind nur rund 20 Leute, die die Regeln schreiben, und F1-Teams bestehen aus Hunderten von Leuten, weshalb wir die Hintertür nicht erkannt und dann geschlossen haben.‘“
„Wenn die Reglementmacher ganz ehrlich bessere Arbeit dabei leisten würden, das Betriebsfenster eines Formel-1-Autos zu verstehen. Ein Betriebsfenster eines F1-Autos ist nicht, in der Garage bei Umgebungstemperatur zu stehen. Es ist auf der Strecke. Die Motortemperatur bei 110°, alles glühend heiß, Bremsen über 1000°. Darauf sollten sie die Regeln und Vorschriften ausrichten.“
David Coulthard während des F1-Grand-Prix von Italien 2025. Foto: RacePictures
FIA führt Regeländerung in Bezug auf den „Trick“ an Mercedes’ Antriebseinheit ein
Am Samstag setzte die FIA der Kontroverse, die in der Vorsaison intensive Debatten im Fahrerlager angeheizt hatte, offiziell ein Ende und präsentierte einen Kompromiss, der die einhellige Unterstützung aller Beteiligten erhielt.
Gemäß der überarbeiteten Direktive, die ab dem 1. Juni gilt, werden Antriebseinheiten nicht nur bei Umgebungstemperatur, sondern auch bei 130°C getestet — der Schwelle, bei der Berichten zufolge das Kompressionsverhältnis des Mercedes-Motors von 16:1 auf 18:1 wechselt.
Die Aktualisierung wurde vom World Motor Sport Council ohne Gegenstimme verabschiedet. Ab 2027 werden Konformitätsprüfungen jedoch ausschließlich unter vollständigen Betriebsbedingungen durchgeführt.