Totales Chaos bei Aston Martin nach einem „klärenden“ Gespräch mit Adrian Newey

11:18, 05 Mär
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Ein technisches Briefing von Adrian Newey und Koji Watanabe sollte Klarheit über die Probleme bei Aston Martin und Honda schaffen. Das Treffen tat jedoch alles andere als das.
In der Formel 1 dreht sich alles um Details. Nennen Sie es Erbsenzählerei, aber bei Mercedes oder McLaren wird eine Mediensitzung niemals durch ein schlecht eingestelltes Mikrofon gestört. Dass Aston Martin am Donnerstagmorgen die Systeme offenbar nicht richtig getestet hatte, war der Startschuss für einen chaotischen Tag für das britische Team.

Keine Abstimmung bei Aston Martin und Honda

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Es waren nicht nur die Mikrofone, die nicht synchron waren. Die beiden Redner der Presseveranstaltung hatten auch nicht miteinander gesprochen, was sie sagen würden: „Es ist etwas, das Koji und ich leider nicht vor diesem Treffen besprechen konnten, aber wir werden die Anzahl der Runden im Rennen begrenzen müssen, bis wir die Ursache dieser Vibrationen gefunden und behoben haben“, sagte Newey, während Watanabe neben ihm saß.
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Adrian Newey wechselte vom Managing Technical Partner bei Aston Martin zum Teamchef für die Saison 2026 - Foto: Race Pictures
Zur Einordnung: Dies war keine von der FOM oder FIA organisierte und vorgeschriebene Mediensitzung. Diese Sitzung wurde von Aston Martin selbst organisiert, doch offenbar sah das Zeitfenster nicht vor, dass die beiden vorher kurz sprechen müssten.
Newey sprach die meiste Zeit, oft unterbrochen von einem defekten Mikrofon, was ihn sichtlich frustrierte. In ausführlichen technischen Ausführungen erklärte Newey, was bei Aston Martin schiefläuft. Kurz gesagt: Es ist der Honda-Motor.
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Laut Newey ist klar, dass der Verbrennungsmotor und die MGU Vibrationen im Auto und damit im Chassis verursachen. Das von Newey entworfene Chassis gehört laut dem Meisterdesigner zu den Top fünf, aber das Team als Ganzes nicht. Kurz gesagt: Der Motor ist nicht gut genug.

Newey wirft Honda schon vor den Bus

Derselbe Motor verursacht auch die Vibrationen, die es den Fahrern laut Newey unmöglich machen, zu fahren. „Die Vibrationen im Chassis verursachen eine Reihe von Zuverlässigkeitsproblemen. Spiegel fallen ab, Bremslichter fallen ab. Allerlei Dinge, die wir angehen müssen.“„Das weitaus größere und bedeutendere Problem ist, dass diese Vibrationen auch in die Finger der Fahrer ausstrahlen. Fernando (Alonso) hat das Gefühl, er könne nicht mehr als 25 aufeinanderfolgende Runden fahren, ohne ein dauerhaftes Nervenschadenrisiko in seinen Händen einzugehen. Lance meint, er könne nicht mehr als fünfzehn Runden fahren.“
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Newey hatte selbst bereits angegeben, dass er dies noch nicht mit Koji besprochen habe, aber offenbar hatte er es auch nicht mit seinen Fahrern durchgegangen. Fernando Alonso wurde von GPblog zu Neweys Aussagen befragt und widersprach: „Das Auto zu fahren ist nicht schmerzhaft. Das Adrenalin ist viel stärker als jeder Schmerz. Wenn wir um den Sieg kämpfen würden, könnten wir drei Stunden im Auto sitzen.“
Es mögen Kleinigkeiten sein, doch im größeren Kontext sind sie offensichtlich ein großes Problem. Teamchef, Motorenchef und Fahrer sind am Donnerstag bei ihrer Ankunft an der Strecke klar nicht auf einer Linie. Die Mediensitzungen lieferten daher keine Klarheit; sie stifteten nur mehr Verwirrung.
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Lance Stroll fuhr für Aston Martin in den Vorsaisontests in Bahrain die schnellste Runde des Teams und war vier Sekunden langsamer als die Führenden Ferrari und Charles Leclerc - Foto: Race Pictures
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Da es für den Großen Preis von Australien offenbar noch keine Lösung gibt, kann nur eine maximale Rundenzahl gefahren werden. Es sei denn, Aston Martin ist schnell, denn dann kann Alonso drei Stunden im Auto sitzen.
Doch niemand glaubt mehr, dass Aston Martin schnell ist. Seien wir ehrlich: Am Donnerstag war Aston Martin der Laufwitz im Fahrerlager. Valtteri Bottas nannte Lance Stroll und Fernando Alonso als die größten Titelfavoriten für 2026. Lando Norris wurde nach seinen Rivalen für 2026 gefragt. Die Antwort: „Aston Martin.“
Selten wurde ein Team im Fahrerlager so verspottet wie Aston Martin in Melbourne. Es wurde noch keine einzige Runde gefahren, doch niemand glaubt wirklich, dass dieses Auto schnell sein wird. Außer Newey. Das einzige Problem für Newey ist, dass die Formel 1 nicht nur mit einem Chassis ausgetragen wird, sondern auch mit einem Motor.
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