Was ist das Concorde-Abkommen in der F1 und warum ist es wichtig?

8:58, 02 Dez 2025
Aktualisiert: 11:20, 02 Dez 2025
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In weniger als einem Monat läuft das aktuelle Concorde-Abkommen aus und macht den Weg frei für den neuen Fünfjahresvertrag.
Der neue Vertrag für den Zeitraum 2026–2030 ist bereits unterzeichnet und wartet nun auf seine Aktivierung.
Er tritt zum neuen Jahr in Kraft und markiert eine entscheidende Saison für die Formel 1, da der Sport neue technische Regeln einführt und die aktuelle Generation der Ground-Effect-Autos ausphast.
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Foto: Race Pictures
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Was ist das Concorde-Abkommen in der F1?

Das neue Concorde-Abkommen wird das neunte in der Geschichte der Formel 1 sein und folgt auf das erste Abkommen, das 1981 im Concorde Hotel in Paris unterzeichnet wurde, um den bekannten Krieg zwischen FISA (Fédération Internationale du Sport Automobile) und FOCA (Formula One Constructors’ Association) zu beenden – mit Jean-Marie Balestre auf der einen Seite und Bernie Ecclestone sowie Max Mosley auf der anderen, die jeweils um die Kontrolle über den Sport rangen.
Das Concorde-Abkommen ist im Wesentlichen ein Vertrag zwischen den derzeit zehn Formel-1-Teams — ab 2026 werden es mit dem Einstieg von Cadillac elf sein —, der FIA, dem Dachverband des Sports, und dem Inhaber der kommerziellen Rechte, Liberty Media. Sein Zweck ist es, Stabilität, Fairness und finanzielle Transparenz im gesamten Sport sicherzustellen.
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Dazu gehört beispielsweise, wie die zehn Teams das Preisgeld teilen — die Zahlungen, die am Ende jeder Saison aus den kommerziellen Einnahmen des Sports an die Teams ausgeschüttet werden. Zusätzlich erhält Ferrari einen jährlichen Bonus von 5 % (bis zu 1,1 Milliarden € des Preistopfs) als Anerkennung dafür, dass es das einzige Team ist, das in jeder einzelnen Formel-1-Saison angetreten ist.

Warum ist das Concorde-Abkommen wichtig?

Im Kern basiert das Abkommen auf vier Schlüsselbereichen. Erstens regelt es die Einnahmenverteilung und legt fest, wie Preisgelder, Sponsoring und andere Einnahmen unter den Teams aufgeteilt werden.
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Zweitens etabliert es die Governance, indem es die Rollen und Befugnisse der FIA, der Teams und des Inhabers der kommerziellen Rechte in den Entscheidungsprozessen des Sports festlegt. Das ist besonders bedeutsam jetzt, da die FIA-Wahlen bevorstehen und Mohammed Ben Sulayem für die nächste Amtszeit voraussichtlich wiedergewählt wird.
F1-CEO Stefano Domenicali - Foto: RacePictures
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Drittens definiert es die sportlichen Regeln, die sowohl technische als auch sportliche Vorschriften umfassen, einschließlich der Art und Weise, wie Meisterschaften durchgeführt und durchgesetzt werden — ein weiterer Schlüsselaspekt, der zur Einführung der 50/50-Regeln für die Antriebseinheit führte, die die Performance gleichmäßig zwischen Verbrennungsmotor und elektrischen Komponenten aufteilen und bald debütieren sollen.
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Schließlich legt es die Teilnahmevoraussetzungen fest und bestimmt die Kriterien, die Teams erfüllen müssen, um in der Formel 1 antreten zu dürfen. Dieser letzte Punkt hat sich in jüngerer Zeit als besonders bedeutsam erwiesen, da er im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stand, die letztlich dazu führte, dass Andrettis vorgeschlagener Einstieg verworfen wurde, während sich Cadillac später den Platz für die Saison 2026 sicherte.

Geschichte der Concorde-Abkommen in der F1

Das erste Concorde-Abkommen wurde 1981 im Concorde Hotel in Paris unterzeichnet, wovon es seinen Namen hat. Es formalisierte die Einnahmenteilung und Teilnahmebedingungen, garantierte den Teams einen Anteil an den kommerziellen Erlösen und führte einen Rahmen für Governance und sportliche Regularien ein.
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Das zweite Abkommen lief von 1982 bis 1987 und verstärkte die Grundsätze des ersten weiter. Das dritte Abkommen dauerte von 1992 bis 1997, war jedoch faktisch nur ein Jahr in Kraft, aufgrund von Streitigkeiten unter anderem mit Williams, Tyrrell und McLaren.
Das fünfte Abkommen deckte die Jahre 1998–2001 ab, während das sechste von 2001 bis 2009 lief — eine ungewöhnlich lange Periode von acht Jahren. Das achte Abkommen, das letzte unter der Führung von Bernie Ecclestone, wurde 2013 unterzeichnet.
Das bislang jüngste Concorde-Abkommen, 2021 inmitten der Unsicherheit der COVID-19-Pandemie unterzeichnet, führte hochmoderne Konzepte wie die Budgetobergrenze ein und war das erste Abkommen unter der Leitung von Liberty Media.

Was vom nächsten F1-Concorde-Abkommen zu erwarten ist

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Das kommende Concorde-Abkommen wird naturgemäß stark auf die neuen Vorschriften fokussieren, die Grundstruktur seines Vorgängers jedoch weitgehend beibehalten — insbesondere in Bezug auf die Budgetobergrenze, deren Durchsetzung verschärft und deren Regeln präzisiert werden, um Schlupflöcher zu vermeiden.
Der Einstieg von Cadillac als elftes Team wird zudem eine Neuverteilung des Preisgeldes erforderlich machen, während weiterhin darüber diskutiert wird, die Budgetobergrenze von derzeit 135 Millionen US-Dollar auf 220 Millionen US-Dollar anzuheben.
Zudem wird darüber beraten, Mutterschutzregelungen für Angestellte aufzunehmen und Mitarbeitenden-Entertainment abzudecken, wobei letztere Kosten von der Budgetobergrenze ausgenommen werden sollen.

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