Der berüchtigte Artikel in den technischen Vorschriften für 2026, der später eine Kontroverse um die Antriebseinheiten von Mercedes und Red Bull auslöste, ließ anfangs deutlich weniger Raum für Interpretationen.
In den vergangenen Tagen standen Red Bull und Mercedes wegen eines angeblichen Tricks für ihre jeweiligen Antriebseinheiten für die nächste Saison im Rampenlicht. Beide Hersteller sollen einen Weg gefunden haben, das Verdichtungsverhältnis durch die thermische Ausdehnung interner Komponenten zu manipulieren — faktisch legal, obwohl ab dem nächsten Jahr alle Teams ein Verhältnis von 16:1 einhalten müssen, statt der derzeitigen Obergrenze von 18:1.
Möglich wäre dies, weil die technischen Vorschriften ausdrücklich festlegen, dass Überprüfungen des Verdichtungsverhältnisses kalt, bei Umgebungstemperatur, durchgeführt werden — eine Grauzone, die Berichten zufolge bei konkurrierenden Teams für Ärger gesorgt hat.
Paradoxerweise war es die FIA selbst, die diese Grauzone schuf, indem sie Artikel 5.4.6 des geltenden Reglements neu formulierte — der zuvor in einem einzigen, klaren Satz festhielt: „Kein Zylinder des Motors darf ein geometrisches Verdichtungsverhältnis höher als 18,0 haben“ — und ihn in eine wesentlich detailliertere und komplexere Bestimmung umwandelte.
Die viel diskutierte neue Bestimmung ist Artikel C5.4.3, der zwar denselben Wortlaut wiederholt, aber anschließend hinzufügt, dass „das Verfahren zur Messung dieses Wertes von jedem PU-Hersteller gemäß dem Guidance Document festgelegt und bei Umgebungstemperatur durchgeführt wird. Dieses Verfahren muss von der FIA-Technikabteilung genehmigt und in das Homologationsdossier des PU-Herstellers aufgenommen werden.“
Dieser Vorbehalt eröffnet eindeutig deutlich mehr Interpretationsspielraum, da ausdrücklich festgelegt ist, dass die Kontrollen bei Umgebungstemperatur stattfinden, während die Regel zuvor einfach eine Grenze für das Verdichtungsverhältnis vorgab — unabhängig davon, ob sich der Motor in heißem oder kaltem Zustand befand.
Mercedes und Red Bull winkt dank FIA-gebilligtem Trick ein großer Vorteil für die F1-Saison 2026
Das würde zu Saisonbeginn einen potenziell enormen technischen Vorteil direkt aus der Box verschaffen — insbesondere unter einem Reglement-Reset, der die Antriebseinheit wieder ins Zentrum der Performance rückt, ganz ähnlich wie 2014.
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