Ross Brawn hat sich zu dem viel diskutierten Mercedes-Kniff beim Verdichtungsverhältnis geäußert, der vor der Saison 2026 im Mittelpunkt der Debatten steht.
„Ich denke, das ist Standardkost in der F1. Es gibt immer etwas, worüber man streiten kann“
- Ross BrawnDie On-Track-Saison hat noch nicht einmal begonnen, doch die 2026er Power Units stehen bereits im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, nachdem Berichte aufkamen, dass Mercedes – und möglicherweise Red Bull – einen Weg gefunden haben, das Verdichtungsverhältnis ihrer Motoren zu erhöhen.
Möglich wäre dies, indem man ausnutzt, dass Konformitätsprüfungen unter kalten, statischen Bedingungen durchgeführt werden, während der Trick erlauben würde, das Verdichtungsverhältnis im Fahrbetrieb – und damit bei Betriebstemperatur des Motors – zu umgehen, was einen erheblichen Performancevorteil liefern würde, ohne gegen die Regeln zu verstoßen.
Bei den Autosport Awards äußerte sich Ross Brawn – der ein oder zwei Dinge über Reglementlücken weiß, wie der berühmt-berüchtigte Doppel-Diffusor von Brawn GP im Jahr 2009 zeigt – zu dem Thema: „Ich denke, das ist Standardkost in der F1. Es gibt immer etwas, worüber man streiten kann. Jemand kommt mit einer innovativen Idee, und andere sind frustriert darüber. Ich denke, das ist einfach gängige Praxis.“
Mercedes- und Red-Bull-Motor-‚Trick‘ vorerst nicht verboten
Nachdem Details zu dem sogenannten „Trick“ bekannt wurden, sahen sich Ferrari, Audi und Honda im Nachteil und waren überzeugt, dass diese Lösung gegen das Reglement verstößt. Sie forderten ein Eingreifen der FIA.
GPblog hat erfahren, dass das Treffen am Donnerstag nicht das erhoffte Ergebnis brachte. Dabei ging es weniger um die aktuelle Auslegung der Regeln, sondern vielmehr darum, ob und was für die Zukunft geändert werden müsste.
Ein Verbot dieses „Tricks“ wird laut GPblog definitiv nicht vor Beginn der Saison 2026 erfolgen – wenn überhaupt.