Der Leiter des Audi-F1-Projekts, Mattia Binotto, hat erklärt, wie die neuen nachhaltigen Kraftstoffe in der nächsten Saison erhebliche Auswirkungen auf die Performance haben könnten. „Wenn ein Team es komplett falsch macht oder seinen Kraftstoff nicht richtig entwickelt, kann es allein wegen des Kraftstoffs vier Zehntel verlieren“
- Mattia BinottoIm Podcast Terruzzi Racconta erklärte der frühere Ferrari-Teamchef, dass die Entwicklung eines effektiven Kraftstoffs bis zu 15 PS bringen könne — ein Vorsprung, der auf bestimmten Strecken in eine potenzielle Zeitersparnis von fast einer halben Sekunde pro Runde umschlagen könnte.
„Kraftstoff hat direkten Einfluss auf die Motorleistung“, sagte er. „Der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Kraftstoff kann 10 bis 15 Kilowatt ausmachen — rund 15 PS. In Rundenzeit ausgedrückt kann das vier Zehntel, sogar eine halbe Sekunde bedeuten. Wir reden hier nicht über Marginalien oder die letzten Hundertstel. Wenn ein Team es komplett falsch anpackt oder seinen Kraftstoff nicht richtig entwickelt, kann es allein wegen des Kraftstoffs vier Zehntel zurückfallen.“
Auf die Frage, ob er dadurch größere Unterschiede erwartet, ist Binotto der Meinung, dass die Lücke zwischen den Teams größer wird — zumindest zu Beginn des neuen Reglements — bevor es schrittweise zu einer technischen Konvergenz kommt.
„Wie immer zu Beginn einer neuen Reglement-Ära erwarte ich, dass sich zwischen den Teams Unterschiede auftun — auf der Aero- und Chassisseite und natürlich erneut auf der Antriebsseite. Dazu gehören Hybridtechnologie, Elektromotoren, Batterien und deren Effizienz sowie die Verbrennung und diese neuen Kraftstoffe.“
„Als die Ära 2014 begann, gab es eine riesige Lücke zwischen Mercedes und dem Rest, einschließlich Ferrari damals — fast 100 PS. Bis 2017 kämpfte Ferrari mit Sebastian Vettel um die Weltmeisterschaft, also hat es etwa drei Jahre gedauert, diese Lücke zu schließen.“
Binotto erläutert zentrales Audi-Problem aus den Tests in Barcelona
Das deutsche Team, das seiner lang erwarteten Formel-1-Premiere immer näher kommt, gehörte zu den Mannschaften, die bei den Tests Ende Januar in Barcelona am stärksten von technischen Problemen betroffen waren. Trotz dieser Rückschläge gelang es, am letzten Tag eine solide Laufleistung zu erzielen.
Trotz der unvermeidlichen Anlaufschwierigkeiten schlug Binotto einen zuversichtlichen Ton an, zeigte sich insgesamt zufrieden mit den Fortschritten des Teams und betonte die Bedeutung der drei Testtage für das deutsche Projekt. In Bezug auf die Zuverlässigkeitsbedenken spielte der Italiener diese herunter und bezeichnete die Probleme als geringfügig und keineswegs dramatisch.