Die Küstenstadt Singapur hat gerade die Wiedergeburt des bislang in der Entwicklung befindlichen F1-Champions zeugen dürfen: Lando Norris.
Dies ist die Behauptung. Als Lando Norris 2019 sein Debüt gab, erkannte jeder seine Geschwindigkeit, genauso wie sein kindliches Charisma. Da alle seine Teamkollegen bis hin zu Oscar Piastri erfahrener und routinierter waren als er, wirkte Norris oft wie der kleine Bruder.
Mit dem exponentiellen Wachstum der F1 seit Norris' Ankunft, das mit der Premiere von Netflixs Hitserie "Drive to Survive" zusammenfiel, nahm die Fangemeinde der Serie Norris als eine Art süße und gemütliche Figur auf, und so wurde er zur Verehrung der Fans auf der ganzen Welt. Der Rückschlag dabei ist, dass süß und gemütlich keine Titel gewinnen.
In den letzten Saisons hat Norris jedoch in Interviews eine viel härtere, toughere, 'sag es wie es ist,' - sogar auf eigenes Risiko - Persönlichkeit an den Tag gelegt. Ein entscheidender Punkt hierbei, diese Einstellung war nur in Interviews sichtbar.
Lando Norris kollidierte mit Oscar Piastri zu Beginn des Singapur GP. Foto: RacePictures.
Auf der Strecke schien Norris immer noch nicht in der Lage zu sein, dem Druck standzuhalten, ein Spitzenfahrer zu sein, der jedes Wochenende um die oberen Preise kämpft.
Seit Singapur scheint der Brite jedoch in dieser Hinsicht einen Schritt nach vorne gemacht zu haben.
Während seines Überholmanövers gegen Teamkollegen und Titelrivalen Oscar Piastri, übertrieb es der in Bristol geborene Fahrer nicht, noch untertrieb er es.
Als er gefragt wurde, ob er bereit wäre, Piastri zuerst in die Box zu lassen, lachte Norris fast auf die Idee. Die Antwort war ein offensichtliches und entschiedenes "nein".
Nach dem Rennen, als er nach seinen Bedenken gefragt wurde, welche Folgen die zwar entfernte, aber unbestreitbare Präsenz von Max Verstappen im Meisterschaftskampf bei
McLaren auslösen könnte,
zögerte der Brite nicht, die Frage mit einer Reihe von sarkastischen Kommentaren zu zerreißen. Dann ist Norris bereits Weltmeister
Schaut man sich alle Weltmeister an, stellt man fest, dass sie lange bevor sie gekrönt wurden, in sich selbst zu Champions wurden. Im Ablauf einer Fahrerkarriere lässt sich leicht erkennen, wann der Wechsel stattfindet.
Für Verstappen etwa könnte man argumentieren, dass die Saison 2019 das Erwachen des Verstappen war, den wir heute kennen. Seine Siege in Österreich mit einer späten Aufholjagd, Deutschland im strömenden Regen und Brasilien mit einem strategischen Rad-an-Rad-Meisterkampf gegen Lewis Hamilton in Bestform brachten ihn auf ein anderes Level.
Sicher, das war kein Sieg. Aber es war eine weitere Schlacht gewonnen im Krieg um die Meisterschaft, den er gegen Piastri führt. Und sollte der McLaren-Fahrer weiter die Handschuhe ausziehen und mit der Aggression und Autorität eines Champions fahren, dann wird die Saison 2025 der Wendepunkt in Norris' Karriere gewesen sein.
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