Der Automobilverband FIA wollte ein potenzielles Schlupfloch in den Vorschriften zur Messung des Kraftstoffdurchflusses schließen – und hat dabei für die F1-Saison 2026 doch eine riesige neue Spielwiese eröffnet, die die Teams ausnutzen können.
Rendering des F1-Autos 2026 durch die FIA – Bild: FIA
FIA-Vorgehen ebnet den Weg für Regelausnutzung
Ab 2026 werden F1-Autos zu 100 % nachhaltigen Kraftstoff verwenden. Das veranlasste die Serie, ihr bisheriges zweiteiliges 100-kg/h-Kraftstoffdurchflussmesssystem – eines für die FIA und eines für die Teams – aufzugeben und durch einen einzigen Kraftstoff-Energie-Durchflussmesser mit 300 MJ/h zu ersetzen, der vom unabhängigen Hersteller Allegra entwickelt wurde.
Eine Änderung der Formulierungen in den Vorschriften, die potenzielle Manipulationen am neuen Kraftstofffluss-Kontrollsystem untersagt, lässt jedoch darauf schließen, dass die Teams dieses Feld ausloten, um mehr Performance zu gewinnen.
Solche Eingriffe könnten die Daten zur Zusammensetzung des Kraftstoffs ebenso verfälschen wie die Messwerte des neuen Kraftstoff-Energie-Durchflussmessers.
Die erste Änderung stellte klar, dass Teams keinerlei absichtliche Versuche unternehmen dürfen, die Temperatur des Durchflussmessers zu beeinflussen. „Jegliches absichtliches Erwärmen oder Kühlen des Kraftstoffdurchflussmessers ist verboten,“ lautete das erste Update.
Nach der jüngsten Sitzung des FIA World Motor Sport Council in Taschkent, Usbekistan, wurde die Formulierung erneut angepasst: „Jedes Gerät, System oder Verfahren, dessen Zweck es ist, die Temperatur des Kraftstoffdurchflussmessers zu verändern, ist verboten.“
Absicht ist das eine, Nebenwirkung etwas ganz anderes
In der F1 sind Geräte, Systeme oder Prozesse, die darauf abzielen, die Fahrzeughöhe zu verändern, verboten. Eine clevere Mercedes-Lösung für die Hinterradaufhängung sorgte jedoch kurzzeitig für eine legale Rückkehr dieses Phänomens.
Seit dem Großen Preis der Türkei 2021 senkte sich das Heck des Mercedes W12 beim Beschleunigen ab und hob sich beim Bremsen – optimale Geradeausgeschwindigkeit, ohne die Kurvengeschwindigkeit zu beeinträchtigen.
Möglich machte dies ein genialer mechanischer Aufbau, dessen Hauptzweck gerade nicht darin bestand, die Fahrzeughöhe zu verändern. Obwohl das höhenverändernde Phänomen auftrat, galt es als bloße Nebenwirkung, was seine Nutzung aufgrund der damaligen Wortwahl im Reglement für kurze Zeit erlaubte.
Mit den restriktiven Aero- und Chassis-Regeln, die zur Verbesserung des Rennspekatkels eingeführt wurden, nutzen die F1-PUMs (Power Unit Manufacturers) nun die Vorteile, die das unerprobte Regelwerk bietet.
Allerdings
bleibt die FIA entschlossen, die neue Wortwahl der Regeln – und noch wichtiger, deren Geist – durchzusetzen, um die Chancen zu erhöhen, die angestrebten Ziele zu erreichen.
„F1-PUM wollte einem Kundenteam den Zugang zu Kraftstoff verwehren“
Die Regelreform 2026 treibt die Teams zur Suche nach Vorteilen, und ein Antriebshersteller soll einem Kundenteam den Zugang zu einer bestimmten Kraftstoffspezifikation verwehrt haben – was Forderungen nach gleichberechtigtem Zugang ausgelöst hat.
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