Die Zeiten der leuchtend gelben Jordans und Fernando Alonsos ikonischem, titelgewinnendem Renault scheinen der Vergangenheit anzugehören. Angetrieben von dem Ziel, ihre Boliden so leicht wie möglich zu halten, ist Lack für viele aktuelle Formel-1-Teams zu einem Luxus geworden, den sie sich offenbar nicht leisten können. Seit der Einführung der aktuellen Reglemente im Jahr 2022 haben sich Fans daran gewöhnt, dass Teams blanke Carbonfaser-Paneele farbenfrohen, auffälligen Designs vorziehen.
Es ist zu einem Running Gag bei der aktuellen Fahrzeuggeneration geworden – viele Zuschauer könnten meinen, jemand habe die Farbsättigung ihres Fernsehers heruntergedreht.
Doch da die
Teams nur noch wenige Monate von der Präsentation ihrer brandneuen 2026-Designs entfernt sind, müssen sie womöglich mehr Lack ins Budget einplanen, nachdem die
FIA eine neue Regeländerung für 2026 bekanntgegeben hat.
Kick Saubers schwarzer und grüner C44 beim Bahrain-GP 2024 - Foto: RacePictures
F1s neue, bunte Regeln
Bei der vierten und letzten Sitzung der Formel-1-Kommission im Jahr 2025 nahm die FIA die finalen Anpassungen am kommenden 2026-Reglement vor.
Dazu gehörte eine Regel, die das Problem adressiert, dass Teams ihre Autos in schlichter Carbonfaser belassen.
In der Erklärung der FIA hieß es: „Die Vertreter der Kommission einigten sich darauf, dass mindestens 55 % der Oberfläche (aus Seiten- und Draufsicht) mit lackierten oder folierten Lackierungen bedeckt sein müssen, statt blanker Carbonfaserflächen."
„Ziel dieser Maßnahme ist es, die visuelle Unterscheidbarkeit der Fahrzeuge zu erhöhen.“
Da weiterhin rund die Hälfte der Flächen in blanker Carbonfaser gehalten werden darf, sollte das Potenzial dieser Regel, das Erscheinungsbild des nächsten Starterfeldes zu revolutionieren, nicht überschätzt werden.
Wie sind wir hierher gekommen?
Auch wenn 800 kg im Vergleich zu einem typischen zwei Tonnen schweren Familien-SUV nicht viel erscheinen, ist die aktuelle F1-Generation die schwerste in der Geschichte des Sports.
Das Gewicht der Designs niedrig zu halten, ist seit 2022 eine besondere Herausforderung für die Konstrukteure – und glauben Sie es oder nicht: Lack kann die Performance merklich beeinflussen.
Während die Teams zwischen 2022 und 2025 um jedes Leistungsdetail kämpften, wurde es zunehmend üblich, neue Designs vorzustellen, bei denen ein erheblicher Teil der Oberfläche schwarz gehalten war.
Der Haas VF-24 des Vorjahres bei den Post-Season-Tests 2024 - Foto: RacePictures
Ihren Höhepunkt erreichte diese Tendenz im Jahr 2024, als die ersten vier vorgestellten Autos – von Haas, Williams, Kick Sauber und Alpine – allesamt schwarze Carbonfaser-Flickendesigns aufwiesen.
Teams wie Mercedes und Red Bull fahren üblicherweise dunklere Lackierungen und konnten ihre Carbonfaser-Paneele subtiler kaschieren.
Bei anderen Autos, wie dem Alpine A524, ließen sich die Carbonflächen jedoch weniger leicht verbergen.
Der Alpine A524 in Runde 1 der Saison 2024 - Foto: RacePictures
Das französische Team aktualisierte sein Design schließlich zum vierten Rennen in Japan und fügte unter anderem an der Nase mehr Blau hinzu.
Während viele F1-Teams 2025 großzügiger mit Lack umgingen, zeigt die Regeländerung der FIA, dass man das Thema, die Autos stärker voneinander unterscheidbar zu machen, weiterhin aktiv angehen will.
Audi war das erste Team, das sein 2026-Design angeteasert hat, doch es ist noch nicht bekannt, wie die übrigen 10 Teams die nächste Saison gestalten wollen.
Audis 2026-Konzept - Foto: Audi MediaCenter
Zur Launch-Saison Anfang 2026 werden die F1-Teams des nächsten Jahres 11 drastisch neue Designs präsentieren, wenn der Sport in den bedeutendsten Reglementwechsel einer Generation startet.
Es wird eine neue Ära für den Sport – eine, die Spannung verspricht und vielleicht, nur vielleicht, ein bisschen mehr Farbe.
GPblogs aktuelles F1-Paddock-Update
Möchten Sie über alles im F1-Paddock auf dem Laufenden bleiben? Dann ist das F1 Paddock Update von GPblog genau das Richtige. Abonnieren Sie den YouTube-Kanal von GPblog und aktivieren Sie die Benachrichtigungen, um keine Folge zu verpassen.