Ex-F1-Fahrer Jolyon Palmer hat die Gründe offengelegt, warum Oscar Piastri im brasilianischen Sprintrennen verunfallte, während Max Verstappen weiterfahren konnte. Es ist ein Fähigkeitstest. Kannst du das Auto auf der Strecke halten?
- Jolyon PalmerDie Bedingungen beim brasilianischen Sprintrennen am vergangenen Wochenende waren extrem knifflig: In bestimmten Streckenabschnitten stand Wasser, während der Rest der Strecke trocken blieb. Besonders heikel war der Anbremsbereich zu Kurve 3, wo sich auf dem inneren Kerb Wasser gesammelt hatte.
Lando Norris kam durch die ersten Kurven völlig unbeschadet, wirbelte jedoch Wasser von der Innenseite von Kurve 3 auf und brachte damit beinahe Mercedes-Pilot Kimi Antonelli in Bedrängnis. Piastri hingegen hatte weniger Glück: Er verlor die Kontrolle über seinen MCL39, drehte sich in die Mauer und musste das Rennen aufgeben. Diese Stelle erwies sich generell als schwierig: Kurz nach Piastri schlugen auch Nico Hülkenberg und Franco Colapinto in die Barriere ein.
Auch Max Verstappen wurde vom Wasser überrascht, verlor kurzzeitig die Kontrolle über seinen RB21, fing das Auto jedoch ab und konnte weiterfahren.
Jolyon Palmer analysierte den Vorfall und erklärte: „Es kommt auf Millimeter an, und auch dein absolutes Skilllevel zählt. Deine Reaktionen, deine Fahrzeugkontrolle. Wenn wir sehen, wie Verstappen durchkommt, fährt auch er auf den Kerb in einem ähnlichen Bereich wie Piastri. Da ist der Sprühnebel. Für Max ist es jetzt ein großer Rutscher. Ein massiver Moment für ihn. Herz-in-der-Hose. Er ist fast das erste Auto, das Oscar in die Mauer folgt, aber er schafft es, das Auto zu kontrollieren.“
Palmer führte fort: „Es ist ein weiteres Beispiel für Verstappens großes Fahrertalent und seine Fähigkeit, sich instinktiv im Rennen zu halten. Es ist für die Fahrer so leicht, dasselbe zu machen. Dass drei von ihnen es in derselben Runde erwischt hat, zeigt, dass es nicht einfach ein dusseliger Fehler ist. Sie alle bewegen sich am Limit.“
Antonelli, Leclerc und Piastri kollidieren – Foto: Race Pictures
Die Folgen dieses Unfalls für Piastri waren relativ schwerwiegend: Der Australier kam mit einem Punkt Rückstand auf Teamkollege Norris zum Großen Preis von Brasilien, verließ das Sprintrennen jedoch mit 9 Punkten Rückstand und verlor auch im Grand Prix selbst weiter Zähler, nachdem eine Berührung mit Kimi Antonelli eine 10-Sekunden-Strafe nach sich zog.
Die Titelhoffnungen des Australiers erlitten einen Dämpfer, da Piastri den Grand Prix auf Platz fünf beendete und nun 24 Punkte hinter Norris liegt – bei lediglich 25 Punkten Vorsprung auf Verstappen. Seit der Sommerpause hat Piastri nur einen Sieg geholt, beim Großen Preis der Niederlande, und stand seit Anfang September, beim Großen Preis von Italien, nicht mehr auf dem Podium.
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