Im Laufe der Jahre hat das Formel-1-Vorsaisontesten eine Reihe dramatischer Wendungen und kontroverser Momente geliefert, die einer intensiven Prüfung unterzogen wurden.
Mit etwas mehr als zwei Wochen bis zum Start
des fünftägigen Tests in Barcelona steht die Saison 2026 vor ihrem offiziellen Debüt – begleitet von großer Ungewissheit, da die Autos radikal anders sein werden als im vergangenen Jahr.
Der Test in Montmeló ist nur die erste Etappe eines dreiteiligen Testprogramms, das in Bahrain mit zwei Sessions fortgesetzt wird – die erste vom 11. bis 13. Februar und die zweite vom 18. bis 20. Februar – bevor das Fahrerlager zusammenpackt und nach Melbourne zum Saisonauftakt reist.
Die Spannung ist groß, vor allem darauf, wie die Autos von 2026 aussehen werden – und ob jemand einen Überraschungscoup landet und die Konkurrenz düpiert, wie es in Tests schon vorgekommen ist.
2015: Alonsos mysteriöser Unfall in Barcelona
Alonsos Rückkehr zu McLaren für seine zweite Amtszeit als zweifacher Weltmeister nahm bei den Vorsaisontests in Barcelona rasch eine beunruhigende Wendung, nachdem es zu einem seltsamen Unfall gekommen war, der nie vollständig aufgeklärt wurde.
Am Ausgang von Kurve 3, scheinbar mit beherrschbarer Geschwindigkeit, driftete sein MP4-30 abrupt nach rechts und prallte gegen die Betonmauer. Es gab keinen Rad-an-Rad-Kontakt, keinen klaren Fahrfehler und kein offensichtliches Anzeichen dafür, dass das Auto plötzlich außer Kontrolle geraten war; der flache Einschlagswinkel verstärkte die Ungewissheit darüber, was passiert war.
Obwohl die Aufprallgeschwindigkeit auf etwa 150 km/h geschätzt wurde, war der Unfall ernst genug, um sofortige medizinische Hilfe auszulösen. Alonso wurde zunächst ins medizinische Zentrum der Strecke gebracht und anschließend ins Krankenhaus verlegt, wo er drei Nächte zur Beobachtung blieb. Der Vorfall schloss ihn vom restlichen Testprogramm aus und zwang ihn sogar, den Auftakt in Australien auszulassen.
2020: Mercedes’ W11 stiehlt mit dem DAS-System die Show
DAS (Dual Axis Steering) tauchte erstmals während der Vorsaisontests 2020 in Barcelona auf und wurde schnell zum Gesprächsthema im Fahrerlager, obwohl der Mercedes W11 von außen weitgehend konventionell wirkte.
Die Idee war so clever wie schlicht. Durch Drücken oder Ziehen des Lenkrads konnte der Fahrer den Spurwinkel der Vorderräder verändern: auf den Geraden begradigen und für die Kurven wieder in die übliche Einstellung zurückkehren. Das Ergebnis: weniger Luftwiderstand, bessere Reifen-Temperaturkontrolle und ein konstanteres Aufwärmen, insbesondere auf Out-Laps und bei Restarts.
Es dauerte nicht lange, bis die Konkurrenz es bemerkte. Onboard-Aufnahmen zeigten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas mit einer ungewöhnlichen Vor-und-zurück-Bewegung am Lenkrad – etwas, das man in einem normalen F1-Auto schlicht nicht sieht. Die FIA erklärte DAS für 2020 für legal, schob dem System jedoch ein Jahr später einen Riegel vor.
2020: die „Pink Mercedes“-Kontroverse
Der Racing Point RP20 sorgte aufgrund seiner starken Ähnlichkeit mit dem titelgewinnenden Mercedes W10 von 2019 sofort für Aufsehen. Was zunächst während der Vorsaisontests in Barcelona für hochgezogene Augenbrauen sorgte, weitete sich zu einer handfesten Kontroverse aus, als die Meisterschaft begann und offizielle Proteste folgten.
Schnell als „Pink Mercedes“ betitelt, hob die markante Lackierung nur noch stärker hervor, wie eng das Design dem des W10 nachempfunden war. Racing Point beteuerte, innerhalb des Reglements geblieben zu sein, verwies auf den rechtmäßigen Erwerb von Mercedes-Komponenten im Jahr 2019 sowie auf die Nutzung öffentlich zugänglicher Bilder als Grundlage des Designs und argumentierte, der Wagen sei rückentwickelt statt kopiert worden.
Das Resultat war ein deutlicher Leistungssprung auf der Strecke, aber auch ein regulatorischer Kraftakt. Während die FIA das Auto seinerzeit für legal erklärte, wurden die Regeln für 2021 verschärft: Teams müssen die vollständige geistige Urheberschaft ihrer gelisteten Teile nachweisen. Dieses Auto ermöglichte es Sergio Pérez und Lance Stroll, die Saison auf Platz vier der Konstrukteurswertung zu beenden.
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