Der Grand Prix von Abu Dhabi 2025 wird das letzte Mal sein, dass die Fahrer das DRS verwenden.
Erstmals 2011 beim Spanien‑GP eingeführt, wurde das DRS schnell zu einem Schlüsselsystem, um Überholmanöver auf der Strecke zu erleichtern und damit das Spektakel zu steigern.
Die ersten Experimente mit beweglichen Heckflügeln begannen in den frühen 2000er‑Jahren, doch der erste wirklich funktionale Mechanismus entstand erst zwischen 2009 und 2010 – in jenem Jahr, in dem Fernando Alonso in Abu Dhabi den Titel verlor, weil er auf der Geraden nicht an Vitaly Petrovs Renault vorbeikam.
Was ist DRS in der Formel 1?
DRS, das Drag Reduction System, ist eine bewegliche Klappe am Heckflügel eines Autos, die durch Verringerung des aerodynamischen Widerstands die Geschwindigkeit auf den Geraden erhöht. Der Fahrer aktiviert es manuell über einen Knopf am Lenkrad, es darf jedoch nur in bestimmten DRS‑Zonen und unter festgelegten Bedingungen verwendet werden.
Die zwei Hauptregeln für die Aktivierung des DRS während des Rennens sind: Das nachfolgende Auto muss am Messpunkt innerhalb von 1 Sekunde hinter dem Vordermann liegen und das System darf nur nach dem Messpunkt und innerhalb der ausgewiesenen DRS‑Zone eingesetzt werden.
Im Qualifying dürfen die Fahrer das DRS auch ohne Vordermann nutzen, allerdings ebenfalls nur innerhalb der festgelegten Zonen. In den Anfangsjahren war die Verwendung im Qualifying jederzeit erlaubt, selbst außerhalb der ausgewiesenen Zonen – allerdings aus Sicherheitsgründen niemals in Kurven.
Man denke nur an den Großen Preis von Bahrain 2013, als das DRS an Fernando Alonsos Ferrari F138 offen hängen blieb, das Auto unkontrollierbar machte und ihn schließlich zur Aufgabe zwang.
Hat das DRS tatsächlich zu mehr Überholmanövern geführt?
Die neue Formel half sofort, die Zahl der Überholmanöver deutlich zu steigern: Ein Fahrer im Windschatten mit geöffnetem DRS konnte allein durch das Öffnen des beweglichen Heckflügels bis zu 10–12 km/h gewinnen.
2010, im letzten Jahr ohne DRS, gab es insgesamt 547 Überholmanöver, während die Zahl im Jahr darauf auf 1.486 sprang – fast dreimal so viele.
Mitunter wurde DRS auch als strategisches Werkzeug eingesetzt. Beim Singapur‑GP 2023 etwa nutzte Carlos Sainz Lando Norris zu seinem Vorteil, indem er ihn bewusst in der DRS‑Zone hielt, was Norris half, sich gegen den deutlich schnelleren George Russell dahinter zu verteidigen. Die Strategie ging auf, Sainz gewann schließlich das Rennen.
Wie wird sich das DRS ab 2026 entwickeln?
Im nächsten Jahr werden mit der Einführung
der neuen technischen Vorschriften und dem Abschied von den aktuellen Ground‑Effect‑Autos der flache Unterboden – und vor allem aktive Aerodynamik – zurückkehren. Das DRS wird daher durch eine Kombination aus aktiver Aerodynamik, aufgeteilt in X‑ und Z‑Modus, sowie einem elektrischen Power‑Boost‑System ersetzt.
Ab nächstem Jahr werden sowohl Front‑ als auch Heckflügel vollständig verstellbar sein, sodass das Auto – oder der Fahrer – je nach Streckenabschnitt zwischen zwei primären Aero‑Einstellungen wechseln kann. Der X‑Modus ist eine Luftwiderstands‑arme Konfiguration für Geraden und erhöht die Endgeschwindigkeit, während der Z‑Modus hohe Abtriebskräfte für Kurven und Bremszonen liefert und maximale Haftung sowie Stabilität sicherstellt.
Ergänzt wird dies durch den Manual Override Mode (MOM), eine Push‑to‑Pass‑ähnliche Funktion, die es einem verfolgenden Fahrer ermöglicht, bei erreichen der Schlagdistanz zum Vordermann kurzfristig zusätzliche elektrische Leistung abzurufen.
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