Lewis Hamilton steht vor dem vielleicht entscheidendsten Scheideweg seiner Formel-1-Karriere. Für einen Fahrer seiner Statur und mit einem Lebenslauf wie seinem ist selbst eine einzige Saison wie die vergangene ein bitterer Brocken. Zwei in Folge jedoch würden riskieren, seinem Vermächtnis einen bleibenden Makel zu verpassen.
Nicht, weil seine Errungenschaften oder Statistiken plötzlich ausradiert würden, sondern weil man sich in der Formel 1 — und im Sport allgemein — eher an die jüngsten Kapitel erinnert als an das Gesamtwerk.
Das ist die Gefahr, der
Hamilton im Jahr 2026 ausgesetzt sein könnte: seine Karriere zu beenden, um dann von einer neuen Generation als der Fahrer in Erinnerung behalten zu werden, der nach Maranello kam, um
Ferrari zu alter Größe zu führen, am Ende jedoch schwere Niederlagen gegen seinen Teamkollegen einstecken musste — selbst wenn dieser Teamkollege zweifellos zu den Allerbesten im Feld gehört.
Eine schwierige Saison kann jedem passieren, sogar einem Fahrer, der sieben WM-Titel gewinnen und mehr als 100 Siege und Pole-Positions einfahren konnte. Eine zweite Kampagne dieser Art wäre jedoch weitaus schwerer zu erklären.
Für Hamilton muss 2026 das Jahr der Lieferung sein. Vor allem ist es seine Chance, das Etikett eines Fahrers abzuschütteln, der sich an einen großen Reglementwechsel nicht anpassen konnte — so wie es während der gesamten Ground-Effect-Ära der Fall war —, wobei nun dasselbe Risiko droht, da die Formel 1 erneut in ein neues Regelwerk eintritt.
Der Brite zeigte zweifellos sein Allerbestes in den 2010er Jahren und bis in die frühen 2020er hinein und dominierte die Hybrid-Ära — zumindest bis seine Herrschaft Ende 2021 endete, als Max Verstappen ihm in einem kontroversen und bitteren Finale von Abu Dhabi die Krone entriss.
Das Bild, das vor ihm liegt, ist daher recht klar: eine letzte Saison, um zu beweisen — falls es überhaupt eines Beweises bedarf —, dass er noch immer der Hamilton sein kann, der die Fans mehr als fünfzehn Jahre lang begeisterte, und dann den Helm an den Nagel hängen, ungeachtet etwaiger Vertragsklauseln, die ihn sonst 2027 im Feld halten könnten.
2026 vor seinem Teamkollegen zu landen — oder sogar Weltmeister zu werden, sollte Ferrari endlich das lang ersehnte Titelauto liefern —, würde ihn ein für alle Mal als den größten Champion aller Zeiten zementieren.
Sollte ihm das jedoch nicht gelingen, droht der finale Schlag für eine Abwärtsentwicklung, die mit dem Alter unweigerlich eingesetzt hat; eine weitere enttäuschende Saison würde wohl einen endgültigen Schlusspunkt hinter seine Formel-1-Karriere setzen.
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