Ein Talent wie Tim Tramnitz wird auf die Ersatzbank gesetzt, weil er nicht das Geld hat, um in der Formel 2 zu fahren. Währenddessen bekommt ein mittelmäßiger Fahrer wie Cian Shields die Chance, in der F2 zu starten und sogar ein Formel-1-Auto zu fahren – nur weil sein steinreicher Vater große Summen auf den Tisch legt. Der Motorsport ist nicht immer fair, wie diese Beispiele erneut beweisen.
In der Formel 3 blieb Cian Shields ohne einen einzigen Punkt, und dieses Jahr wiederholte er das in der Formel 2. Dennoch durfte der Schotte in Abu Dhabi den Aston Martin fahren und nahm als Ersatz für Fernando Alonso am FP1 teil. Wenige werden glauben, dass das britische Team dies tat, weil es so großes Potenzial in Shields sieht.
Geld öffnet Türen im Motorsport
Wahrscheinlicher ist, dass Vater Seamus Shields eine saftige Summe gezahlt hat, damit sein Sohn im FP1 teilnehmen durfte. Laut der Sunday Times Irish Rich List war Shields Senior im Jahr 2024 173 Millionen Euro (151 Millionen Pfund) wert, was ihm Verhandlungen mit Aston Martin und AIX Racing sicherlich erleichtert – dem Team, für das sein Sohn nächstes Jahr ebenfalls in der F2 antreten wird.
Cian Shields - Foto: Aston Martin
Der Motorsport ist nicht immer fair – zu diesem Schluss wird Red-Bull-Junior Tim Tramnitz wohl kommen, wenn er sieht, wie sein schottischer Rivale eine fantastische Chance nach der anderen erhält, während es für den Viertplatzierten der diesjährigen F3-Meisterschaft keinen einzigen Platz im F2-Starterfeld gibt. Der Grund? Sein Budget reicht nicht aus, um sich ein Cockpit in einem Formel-2-Team zu finanzieren.
Im Fußball schafft es ein absolutes Top-Talent fast sicher an die Spitze. Im Motorsport ist es anders, denn persönliche Sponsoren – und damit Geld – zählen oft mehr als Talent. Ein reiches Kind wie Cian Shields profitiert derzeit von dieser Dynamik.
Tramnitz kommt aus dem falschen Land
Tramnitz hat auch das Pech, aus Deutschland zu kommen – einem Land, in dem Mercedes und Audi zwar große Player in der Formel 1 sind, in dem einzelne Fahrer jedoch nicht mit viel finanzieller Unterstützung rechnen können.
Es ist kein Zufall, dass neben Tramnitz im vergangenen Jahr nur Oliver Goethe in den Nachwuchsserien Richtung Formel 1 antrat. Es fehlt derzeit an einer echten Motorsportkultur mit ausreichenden Mitteln. Die wird wohl erst dann zurückkehren, wenn Deutschland einen neuen Michael Schumacher oder Sebastian Vettel hervorbringt. Darin liegt der Teufelskreis.
Tim Tramnitz prüft in den kommenden Wochen Optionen außerhalb der Formel 2. Angebote gibt es, doch ihre Annahme würde wahrscheinlich bedeuten, seinen Formel-1-Traum aufzugeben. Nicht wegen fehlenden Potenzials, sondern aufgrund unzureichender Sponsorengelder.
Wie unfair dieser Sport sein kann.
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