Dass Gianpiero Lambiase bei Red Bull bleibt, ist ein klarer Beleg dafür, dass der Einfluss von Laurent Mekies bereits Früchte trägt. Tage nach dem Ende der Saison 2025 brodelten die Spekulationen über einen möglichen Abschied von Max Verstappens Renningenieur und Red Bulls Leiter des Rennbetriebs. Doch
Lambiase hat sich letztlich entschieden zu bleiben, wie
GPblog-Quellen am Dienstag bestätigen konnten.
Die Entscheidung des in Italien geborenen Ingenieurs dürfte angesichts von Red Bulls Stellung in der Formel 1 kaum überraschen. Trotz des Verlusts sowohl des Fahrer- als auch des Konstrukteurs-Weltmeistertitels bleibt der Rennstall aus Milton Keynes ein Top-Ziel für jeden Ingenieur.
Vielmehr ist sie ein weiteres großes Puzzleteil, das unter der Führung von Laurent Mekies zusammengefügt wurde. Innerhalb weniger Monate gelang es, ein Schiff zu stabilisieren, das in der ersten Saisonhälfte zu sinken drohte, und es wieder in eine Position zu bringen, in der es mit Verstappen um den Titel kämpfen kann — und das, obwohl sowohl in puncto Punkte als auch beim Schließen der Leistungslücke zu McLaren ein Berg zu erklimmen war.
Exodus von Spitzenkräften bei Red Bull kommt zum Ende
Zwar ging die Meisterschaft verloren, doch Lambiase’ Verbleib ist ein großer Sieg für den Franzosen. Er beendet — zumindest vorerst — einen lang anhaltenden Exodus, der in den vergangenen Jahren begann und dazu führte, dass zahlreiche Schlüsselfiguren, die Red Bulls Erfolg in den letzten zwei Jahrzehnten geprägt haben, das Team verließen.
Man denke nur an Namen wie Rob Marshall, Adrian Newey, Christian Horner, Jonathan Wheatley, Will Courtenay und zuletzt Helmut Marko — wohl die letzte verbliebene Säule der alten Garde und die letzte Brücke zur vorherigen Ära.
Allesamt Spitzenkräfte, die nun den Erfolg von Konkurrenzteams befeuern, auch wenn Red Bull in der Performance offenbar nicht allzu sehr gelitten hat — den Ergebnissen in der Schlussphase der Saison nach zu urteilen.
Was bedeutet das für Verstappen?
Auch Lambiase gehört inzwischen zu einer Veteranengeneration im Team und bringt mehr als ein Jahrzehnt Erfahrung mit. Doch während Marko seinem Karriereende entgegenging, hat „GP“ noch viel zu geben und bleibt eine entscheidende Stütze — insbesondere mit Blick auf
Max Verstappen, dessen Name wohl wieder in den Mittelpunkt der Fahrermarkt-Gerüchteküche rücken würde, sollte der RB22 die Erwartungen verfehlen.
Der Niederländer hat bereits einen seiner engsten Verbündeten in Marko verloren, auf dessen Seite er beim Jeddah-Wochenende 2023 offen stand, als Gerüchte über einen bevorstehenden Abschied kursierten, die schließlich abebbten.
Auch Lambiase zu verlieren, wäre ein deutlich schwerer zu verkraftender Schlag gewesen — selbst wenn Verstappens oberste Priorität weiterhin die Wettbewerbsfähigkeit des Autos und die Harmonie im Team bleibt.
Dennoch ist es unschätzbar wertvoll, jemanden zu haben, der die Umgebung in- und auswendig kennt — und der Verstappen über die Jahre hinweg makellos geführt hat. Zusammen bilden sie eine der ikonischsten Fahrer-Ingenieur-Partnerschaften in der Geschichte der Formel 1.
Die Zukunft bleibt für alle ungewiss, doch sich ausschließlich auf die Strecke und die Fahrzeugentwicklung konzentrieren zu können — statt erneut zum Handeln auf dem Markt gezwungen zu sein — ist ein klares Zeichen dafür, dass es in die richtige Richtung geht.
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