Tsunoda schlägt Verstappen: Der Druck auf Red Bulls Entscheidung für 2026 wächst

12:40, 29 Nov 2025
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Yuki Tsunoda macht dem Red-Bull-Management in der Schlussphase der F1-Saison das Leben sehr schwer. Der japanische Fahrer schien bereits auf dem Abstellgleis zu stehen, doch kann ein gutes Ergebnis im Sprint-Qualifying in Katar seine Karriere noch retten?
In den vergangenen Monaten war schon seit einiger Zeit klar, dass Yuki Tsunoda bei Red Bull Racing in einer Sackgasse steckte. Isack Hadjar scheint der neue Kronprinz zu sein, der 2026 in brandneuen Autos die Chance bekommen wird, es bei Red Bull mit Max Verstappen aufzunehmen.
Das ist an sich keine ungewöhnliche Entscheidung. Über ein ganzes Jahr hinweg, nachdem er Liam Lawson nach dessen kurzem Intermezzo abgelöst hatte, hinterließ Tsunoda bei Red Bull keinen starken Eindruck. Der Japaner lag oft weit vom Tempo Verstappens entfernt und sammelte kaum Punkte, während sein Teamkollege weiterhin um die Weltmeisterschaft kämpft.
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Dass Hadjar 2026 für Red Bull Racing fahren wird, scheint gesetzt, auch wenn die offizielle Bestätigung von Red Bull Racing noch aussteht. Das Team wird seine Fahrerentscheidung für 2026 nächste Woche bekannt geben. Nicht nur für Red Bull Racing, sondern auch für Racing Bulls.
Yuki Tsunoda in Katar - Foto: Red Bull Content Pool
Yuki Tsunoda in Katar - Foto: Red Bull Content Pool

Eine Chance für Tsunoda

Und genau dort bietet sich für Tsunoda noch eine Chance. Denn obwohl Hadjar nach einer herausragenden Debütsaison bei den Racing Bulls logischerweise befördert wird, hat sich Tsunoda 2025 tatsächlich weiterentwickelt. Das Sprint-Qualifying in Katar markierte die erste Session, in der Tsunoda vor Verstappen landete. Etwas, das Liam Lawson bislang gar nicht und Sergio Perez nur selten geschafft hat.
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Der Japaner war dementsprechend zufrieden nach dem Sprint-Qualifying. „Ja, ich meine, bisher war es ein sauberes Rennwochenende. Ziemlich reibungslos, keine Probleme im Training und dieses (Sprint-)Qualifying bislang. Also, ja, ich bin mit mehr Selbstvertrauen ins Qualifying gegangen. Es ist gut, dass wir bisher eine saubere Rennwoche hatten.“
„Wir müssen nur alles zusammenbringen. Es stehen noch drei Sessions an (in Katar). Aber ja, ich bin sicher, gerade jetzt ist das sehr wichtig für das Team, besonders für Max, also ist es gut, dass beide Seiten der Garage sehr fokussiert sind und, ihr wisst schon, wir versuchen, uns das Maximum zu geben.“
„Ja, auch für mich persönlich, ich bin zufrieden mit dem Auto und meinem Selbstvertrauen. Natürlich gibt es für morgen noch ein paar Dinge, um die fehlenden Zehntel zu finden, aber ich bin gespannt.“
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Für 2026 kämpft Tsunoda um ein Cockpit bei den Racing Bulls. Es wäre eine Degradierung, aber auch ein vorübergehender Rettungsanker für seine Karriere. Kein Platz bei den Racing Bulls würde 2026 kein Formel 1 bedeuten. Tsunoda hat zudem noch nicht über einen Plan B nachgedacht, wie am Donnerstag beim Medientag in Katar deutlich wurde.
Yuki Tsunoda - Foto: Red Bull Content Pool
Yuki Tsunoda - Foto: Red Bull Content Pool

Lawson oder Tsunoda ist die Wahl

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Also muss Tsunoda alles daransetzen, Red Bull davon zu überzeugen, dass er der richtige Mann ist, um die Racing Bulls in die neue Ära zu führen. Das Team wird voraussichtlich Arvid Lindblad, ein großes Talent, das derzeit in der Formel 2 fährt, 2026 zu den Racing Bulls befördern. Damit bleibt ein Sitz entweder für Lawson oder Tsunoda.
Bei Red Bull hatte Lawson stets einen kleinen Vorteil, insbesondere bei Helmut Marko. Anders als Tsunoda stammt Lawson aus dem eigenen Juniorprogramm von Red Bull. Der Neuseeländer ist ein aggressiver Fahrer mit vielleicht etwas mehr Präsenz als sein japanischer Kollege – auf und neben der Strecke.
Lawson soll zudem besser mit seinem Team kommunizieren können. Das war der Grund, warum zu Beginn des Jahres 2025 Lawson – und nicht Tsunoda – zu Red Bull Racing aufstieg. Red Bull glaubte, Lawson habe mehr Potenzial, doch wie bekannt, ging diese Entscheidung nach hinten los.
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Für 2026 steht Red Bull erneut vor derselben Entscheidung, nun allerdings für die Racing Bulls. Einer der beiden muss das Team in eine neue Ära führen. Eine Ära, in der das Feedback des Fahrers zum neuen Auto, neuen Motor und neuen Reifen entscheidend sein wird. In diesem Bereich hat Tsunoda nie wirklich einen überwältigenden Eindruck hinterlassen.
Die Kehrseite ist jedoch, dass Lawson selten gezeigt hat, dass er wirklich schneller ist als Tsunoda. Lawson zog im direkten Duell bei den Racing Bulls bereits den Kürzeren, wurde anschließend von Verstappen komplett abgehängt und kehrte ernüchtert zu den Racing Bulls zurück. Dort wurde er im Verlauf der Saison ebenfalls recht deutlich von Isack Hadjar geschlagen. Abgesehen von ein paar starken Wochenenden des Neuseeländers hatte der französische Rookie über die gesamte Saison die Oberhand.
Yuki Tsunoda - Foto: Red Bull Content Pool
Yuki Tsunoda - Foto: Red Bull Content Pool

Marko sieht Tsunoda im Aufwind

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Das zeigte sich erneut in Katar, wo Lawson in SQ1 ausschied und Hadjar nur knapp SQ3 verpasste. Tsunoda hingegen zeigte enorme Fortschritte, indem er Verstappen in einer Qualifying-Session schlug. Selbst Marko, der den Japaner oft kritisierte, sprach nach der Session gegenüber GPblog in hohen Tönen über Yukis Leistung und Entwicklung.
Er sagte: „Wenn man auf Las Vegas zurückblickt, war Yuki bereits sehr nah an Max. Und als wir dann den falschen Reifendruck hatten, war das sein Aus in Q1 und ruinierte sein Rennwochenende. Aber seine Geschwindigkeit verbesserte sich stetig.“
Laut dem Österreicher liegt das daran, dass sich Tsunoda im RB21 zunehmend wohlfühlt. „Ja, und natürlich steigert er seine Performance und ist stärker eingebunden, er interessiert sich mehr für die technische Seite [des Teams].“
Kurioserweise steht Red Bull damit zum zweiten Jahr in Folge vor der Wahl zwischen Lawson und Tsunoda. Geht es um pure Geschwindigkeit, die Marko hoch schätzt, müsste die Wahl auf Tsunoda fallen. Will man jemanden, der besser mit dem Team kommuniziert, ist Lawson die Wahl. Die endgültige Entscheidung von Red Bull, die nach Katar bekannt gegeben wird, wird viel darüber aussagen, wie man das Duo einschätzt.

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