Die fünf wichtigsten Erkenntnisse aus den F1-Vorsaisontests in Barcelona

21:15, 31 Jan
Aktualisiert: 23:31, 31 Jan
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Die Vorsaison-Tests in Barcelona haben bereits mehrere interessante Gesprächspunkte geliefert, die es hervorzuheben gilt.

Blufft Mercedes schon?

Der W17 trat als einer der klaren Protagonisten des Tests in Montmeló auf, ganz im Rahmen der Erwartungen. Nicht so sehr bei den reinen Rundenzeiten — die in dieser Saisonphase weitgehend relativ sind —, sondern vor allem in Bezug auf die Laufleistung. Das unterstreicht eine offenbar zuverlässige Antriebseinheit und gibt den Ingenieuren in Brackley die Freiheit, ihren Fokus für die Testfahrten in Bahrain stärker auf das Setup und die reine Performance zu verlagern.
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Weder George Russell noch Kimi Antonelli hatten nennenswerte Probleme, wann immer das Auto auf die Strecke geschickt wurde. Und auch wenn es nie schadet zu betonen, dass Testen eben nur Testen ist, ist das reibungslose Abarbeiten des geplanten Programms bereits ein wichtiger erster Schritt, um früh Schlagzeilen zu machen.
Bahrain wird den ersten echten Lackmustest für den W17 darstellen. Aus Sicht von Zuverlässigkeit und Laufleistung sind die Zeichen mehr als ermutigend, doch die wahre Frage bleibt, ob dieses solide Fundament Bestand hat, sobald die Stoppuhr wirklich zählt.
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Foto: Mercedes-AMG F1 Team

Die 2026er Autos erweisen sich als weitaus zuverlässiger als erwartet

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Über Monate hinweg gab es in den vergangenen Jahren eine Welle medialer Alarmmeldungen rund um das neue Reglement, viele sagten eine Wiederholung von 2014 voraus, mit Motoren, die nach nur wenigen Runden den Geist aufgeben.
Nichts davon ist eingetreten. Im Gegenteil: Die Antriebseinheiten der neuen Generation haben die Erwartungen in puncto Laufleistung bereits übertroffen, sodass die Teams über einfache Zuverlässigkeitsläufe hinausgehen und erste vorsichtige Leistungszeichen setzen konnten.
Es ist einmal mehr eine Erinnerung daran, dass Gerüchte eben nur Gerüchte sind, bis die Strecke ihr Urteil fällt — und dieses Mal hat das Urteil bereits laut und deutlich gesprochen.
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Aston Martins erstes von Adrian Newey gezeichnetes Auto sorgt bereits für reichlich Gesprächsstoff

Der AMR26 kam im Vergleich zur Konkurrenz relativ spät auf die Strecke, schaffte am vierten Tag nur vier Runden, bevor Fernando Alonso am Schlusstag weitere 61 hinzufügte. Trotz der begrenzten Fahrzeit ist der Wagen dank mehrerer technischer Lösungen, die im Vergleich zum restlichen Feld deutlich innovativ wirken, bereits zu einem großen Thema geworden.
Eines der auffälligsten Merkmale ist der Befestigungspunkt eines hinteren Querlenkers direkt am zweisäuligen Heckflügelträger — ein Detail, das die beinahe obsessive Detailgenauigkeit zeigt, mit der Adrian Newey das Fahrwerkslayout betrachtet hat.
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Die Erwartungen an den britischen Designer waren verständlicherweise hoch, und zumindest aus erster optischer Sicht hat der Wagen nicht enttäuscht. Die eigentliche Frage ist nun, ob diese frühe Faszination sich in reine Performance ummünzt, sobald die Autos in Melbourne nebeneinander aufgestellt werden.

Hamilton brennt darauf, wieder um den Titel zu kämpfen

Der siebenfache Weltmeister kommt aus einem ersten Ferrari-Jahr zum Vergessen, kann jedoch eine interessante Statistik zu seinen Gunsten vorweisen: Jedes Mal, wenn er in der Vergangenheit zu einem neuen Team wechselte, gewann er im Folgejahr den Titel.
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Hamilton wirkte am Steuer des SF-26 sofort beflügelt, gab sich in Interviews vorsichtig optimistisch und ging vor allem mit der absolut schnellsten Zeit über alle fünf kombinierten Testtage hinweg nach Hause.
Auch wenn Rundenzeiten zu diesem Zeitpunkt des Jahres stets mit Vorsicht zu genießen sind, schien der Brite dennoch gewillt, sowohl seinem Teamkollegen als auch dem Rest des Feldes eine klare Botschaft zu senden — diese neue Fahrzeuggeneration könnte einen wiedererstarkten Hamilton einläuten.
Lewis Hamilton lächelt auf der Fanbühne
Foto: Race Pictures

Audi und Cadillac zahlen den Preis für anfängliche Kinderkrankheiten

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Die beiden neuesten Zugänge im Feld, beide auf dem Weg zu ihrem offiziellen Formel-1-Debüt, sind — wie erwartet — auf die typischen Wachstumsschmerzen hochambitionierter, aber noch sehr junger Projekte gestoßen.
Besonders Audi zahlte einen hohen Preis für die verschiedenen technischen Probleme während der fünf Tage, konnte den verlorenen Umfang am letzten Tag nur teilweise wettmachen, sammelte dabei jedoch dennoch wertvolle Daten.
Ähnlich erging es dem amerikanischen Giganten, der sich mit den Rückkehrern Sergio Pérez und Valtteri Bottas vollständig neu auf den Start vorbereitet, wobei die Ferrari-Antriebseinheit im Paket bislang deutlich robuster wirkte als Audis frühe Vorstellungen.
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