Mit der Enthüllung der ersten Lackierung hat für die Außenwelt das Formel-1-Abenteuer von Audi nun wirklich begonnen. Bei einer Auftaktveranstaltung in Berlin mangelte es nicht an Ambitionen: „Wir wollen, dass Audi das erfolgreichste Team der Geschichte wird.”
Strahlend fällt Allan McNish einem bekannten Gesicht nach dem anderen um den Hals. „Wie geht’s dir?”, ruft der ehemalige Formel-1-Fahrer und heutige Audi-Botschafter immer wieder. Stolz – das ist der Schotte, wie er allen erzählt.
„Es ist 25 Jahre her, dass ich erstmals zu Audi gekommen bin. Und damals hätte ich nie geglaubt, dass wir 25 Jahre später noch immer hier sind, involviert, auf das Erbe blicken, das es gibt, und zugleich auf das nächste Kapitel,” sagt McNish wenig später zu GPblog, neben dem Audi-Wagen stehend, mit dem er 2013 zum dritten Mal die 24 Stunden von Le Mans gewann.
Audi erlebt einen „außergewöhnlichen Tag“
Denn nicht nur McNish hätte sich das nicht vorstellen können – der durchschnittliche Motorsportfan ebenso wenig. Die Marke des Volkswagen-Konzerns war stets der DTM, dem Langstreckensport, der Dakar verpflichtet und fuhr eine Zeit lang sogar in der Formel E. Aber Formel 1? Für die Deutschen war das immer eine ferne Show. Es passte einfach nicht zu Audi.
In einer Zeit, in der die Formel 1 mehr denn je floriert, hat auch Audi den Sprung gewagt – und in Berlin bekam die Welt das Ergebnis jahrelanger Vorbereitung zu sehen. Gernot Döllner, Audis CEO, spricht sogar von einem „außergewöhnlichen Tag“, kurz bevor die Hülle von einem Showcar mit der neuen Lackierung gezogen wird.
Ganz überraschend ist es nicht;
es ist das gleiche Farbschema, das bereits früher bei einem anderen Event gezeigt wurde, nun jedoch mit Sponsoren darauf. Revolut, Gillette, Castrol, adidas, Visit Qatar, Braun – weltbekannte Marken, die beweisen, dass Audi es ernst meint. Es sind Unternehmen, die daran gewöhnt sind, an der Spitze der Wirtschaft mitzuspielen – genau dort, wo Audi in der Formel 1 sein will.
Das Team macht sich keine Illusionen. Audi weiß, dass es noch viel zu lernen gibt, insbesondere mit einer neuen, hauseigenen Antriebseinheit. Wie COO und CTO Mattia Binotto erklärt, wird das Team keine kurzfristigen Ziele ausgeben, doch die Ambitionen sind himmelhoch: Bis 2030 will Audi Formel-1-Weltmeister werden, warnt der Italiener die Konkurrenz.
Audi will der Größte aller Zeiten werden
Auf der anderen Seite der Bühne geht Teamchef Jonathan Wheatley noch einen Schritt weiter: „Wir wollen, dass Audi das erfolgreichste Team der Geschichte wird.”
Bis dahin ist noch viel zu tun, aber seien wir ehrlich: In jeder Kategorie, in der Audi je angetreten ist, wurde die Marke am Ende zum Maßstab. Wenn die zweifellos kostspielige Präsentation in Berlin ein Vorgeschmack ist, werden weder Aufwand noch Mittel gescheut, um an die Spitze zu gelangen.
Auch an treuen Anhängern dürfte es Audi wohl nicht mangeln. Die Nachfrage nach Zugang zur Präsentation überstieg die Kapazität bei Weitem – ganz Deutschland scheint das F1-Team von Audi bereits ins Herz geschlossen zu haben.
„Ich glaube nicht, dass das nur in Deutschland so ist. Ganz sicher auch in ganz Schottland,” fügt McNish lachend hinzu, bevor er noch ein weiteres Mitglied der Audi-Familie vorbeigehen sieht: „Alles gut bei dir???”